Hesekiel 29 und der Stolz von Ägypten

Hesekiel 29 ist starker Tobak.Hesekiel 29

Hast du das Buch Hesekiel schon mal gelesen? So richtig mit Verstand… und mit Nachdenken… vielleicht mal einen Kommentar zur Hand genommen?

Wie gesagt… nicht einfach… manchmal schwer zu verdauen.

(Ich habe mir vorgenommen, demnächst eine Übersicht über Hesekiel zu schreiben. Ich finde es immer hilfreich, wenn man eine Vogelsicht auf ein Buch hat, bevor oder während man es liest.)

Heute schreibe ich etwas über Hesekiel 29, 8-11. Ich gebe diese Verse hier mal in meinen eigenen Worten wieder:

Gott spricht zu Hesekiel, seinem Propheten. Hesekiel soll den Menschen etwas ausrichten. Genauer gesagt: den Ägyptern.

Leider ist die zu überbringenden Nachricht schlecht – sehr schlecht. Gott weissagt den Ägyptern, dass ihr Land verwüstet wird. Es wird unbewohnbar werden. Niemand wird dort mehr leben können. Weder Mensch noch Tier. Das ist eine erschreckende Botschaft.

Warum tut Gott das? Nun, Er liefert die Erklärung gleich mit: Ägypten ist stolz.

Ägypten sagt: „Der Wasserstrom ist mein, und ich habe ihn geschaffen.“

Mit Wasserstrom ist der Nil gemeint. Guck mal auf die Karte: ohne Nil wäre Ägypten nur ein Schatten seiner selbst. Der Nil ist die Lebensader des Landes. Ohne Nil und das Nil-Delta wäre Ägypten nur Wüste.

Nil in Ägypten

Der Nil ist die Lebensader von Ägypten. Das war schon zu Hesekiels Zeiten so.

Die Ägypter sollten Gott dankbar sein. Der Nil ist ein Segen. Sind sie aber nicht. Stattdessen sind sie stolz. Sie behaupten: „Der Nil ist unser. Wir haben ihn gemacht.“

Ein böser Fehler…

Sie sind stolz und erkennen nicht, dass Gott der Herr ist, von dem alles Gute kommt. Das zeigt sich in dieser Aussage ganz deutlich.

Bei mir in der Lutherbibel heisst es wörtlich: „…das Land Ägypten soll zur Wüste und öde werden und sie sollen erkennen, dass ich der HERR bin…“

Ok, warum reite ich so lange auf diesem ollen Nil herum?

Weil wir aufpassen müssen, dass wir unseren eigenen „Nil“ als das sehen, was er ist: ein Geschenk Gottes. Ein Segen Gottes.

Beispiel:

Wenn wir sagen: „Das ist mein Haus. Ich habe es geplant, finanziert und gebaut.“… oder „Diese Firma, Gemeinde, Position oder was auch immer habe ich von Grund auf selber aufgebaut.“…

…dann sind wir wie die Ägypter in diesem Kapitel von Hesekiel.

Nicht gut. Diese Aussagen verraten unseren Stolz.

Oft nehmen wir als selbstverständlich, was Gott uns gegeben hat. Wir denken, wir haben das selber gemacht…  so, als wäre es unser Verdienst.

Natürlich kann es sein, dass wir eine Menge Arbeit und Gehirnschmalz in eine Sache gesteckt haben. Und das ist auch gut und richtig.

Wir sollten nur eines niemals vergessen:

Gott ist es, der uns mit allem versorgt, was wir für die Umsetzung benötigen. Du hast gearbeitet? Gott hat dir Gesundheit und Kraft zum Arbeiten gegeben. Du hast einen pfiffigen Plan ausgearbeitet? Gut, aber Gott hat dir den Verstand dazu gegeben. Und überhaupt erst die Chance, den Plan zu überlegen. Ganz zu schweigen von der Ausführung.

Du merkst, wo es hingeht…

Wir soll(t)en uns nicht selber loben oder stolz von unsern „Taten“ reden. Stattdessen loben wir Gott und preisen seine Taten und seine Herrlichkeit.

Gott gebührt der Dank. Und Ihm gebührt das Lob.

Ich glaube, das will uns das Buch Hesekiel 29 an dieser Stelle sagen.

Aber weisst du was? Lies es am besten selber.

Das ganze Kapitel dreht sich um Ägypten. Und gleich am Anfang geht es richtig an´s Eingemachte.

Zu diesem Zeitpunkt der Geschichte hat Ägypten nichts zu lachen. Und der Stolz ist nur ein Teil des Problems…

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